Angst - Ein eigentlich lebensnotwendiges Gefühl

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copyright: Dr. Ingo Röller M.Sc.

 

 

Angst ist eine Alarmreaktion des Körpers. Mit ihr werden Kräfte mobilisiert, die es ermöglichen, im entscheidenden Augenblick schnell zu handeln, z. B. auszuweichen, wenn auf der Straße ein Auto kommt. So gesehen ist Angst mitsamt den körperlichen Veränderungen ein lebensnotwendiges Gefühl.

 

Manche Ängste schränken jedoch die Lebensqualität erheblich ein. Das ist dann der Fall, wenn sie in eigentlich ungefährlichen Situationen auftritt und körperliche Symptome auslöst. Sie mündet dann in dem Versuch, die als unerträglich empfundene Situation zu vermeiden. Neben Höhen- und Flugangst gehört die Zahnbehandlungsangst zu den am meisten verbreiteten Angststörungen. Die Phobie löst dabei einen Teufelskreis aus.

 

Je länger der Angstpatient nicht zum Zahnarzt geht, desto schlechter werden die Zähne. Je schlechter die Zähne, desto größer die Angst und umso größer die Vermeidung. Der Körper unterscheidet letztendlich nicht mehr, ob es sich um eine wirklich existierende Gefahr handelt oder um reine Erwartung. Er aktiviert das Alarmprogramm Angst, sobald man nur in die Nähe der Situation kommt, z. B. einen Termin vereinbart, das Wartezimmer betritt oder auch nur daran denkt.

 

Menschen mit Dentalphobie haben in der Regel Angst vor Schmerzen, Angst, der Situation hilflos ausgeliefert zu sein und die Kontrolle zu verlieren. Viele schämen sich wegen ihrer schlechten Zähne und lachen seit Jahren nur noch mit vorgehaltener Hand. Das meist erheblich eingeschränkte Selbstwertgefühl wird durch die ohnehin „entwürdigende“ Situation noch mehr geschwächt. Lebensqualität und Lebensfreude leiden.